Taping

Das so genannte Taping beschreibt eine funktionelle Verbandstechnik, die der Prophylaxe, Therapie oder der Rehabilitation von Verletzungen unserer Gelenke und Knochen dient. Das Tape an sich ist ein unelastischer, selbstklebender und zugfester Verband, der auf der Haut und anderen Verbandsmaterialien gut haftet.
Das Ziel des Tapings ist, die verletzte Stelle zu entlasten und sie zu schützen. Das Tape soll die Verletzungsgefahr sowie die Retraumatisierungsgefahr verringern. Der funktionelle Verband schützt und stützt aktiv sowie passiv. Ebenso entlastet er die traumatisierte Stelle und erlaubt dennoch die funktionelle Belastung im schmerzfreien Bewegungsraum. Gleichzeitig verhindert er unfunktionelle, zu starke Bewegungen und unterstützt die Heilung.

Anwendungsbereiche des Tapings

Es kann festgehalten werden, dass das Tape als präventives, prophylaktisches und rehabilitatives Taping zum Einsatz kommt.
Der präventive Tapeverband schützt den Sportler beim Training oder Wettkampf, da er Überlastungen und Schädigungen vorbeugt.
Der prophylaktische Tapeverband soll bei degenerativen Veränderungen die Verletzungsgefahr reduzieren. Der zu therapeutischen Zwecken angelegte Tapeverband soll die Heilung beschleunigen, um die volle Funktion möglichst schnell wiederherzustellen.
Der rehabilitative Tapeverband soll insbesondere eine Retraumatisierung nach einer noch nicht ganz abgeheilten Verletzung vermeiden.
Widerfährt dem Sportler ein sogenanntes Bagatelltrauma, so kann durch einen funktionellen Tapingverband versucht werden, die Sportfähigkeit schnellstmöglich wieder herzustellen. Ebenso sind Ödemminderung, Druckminderung auf Nervenbahnen sowie die völlige Ruhigstellung, welche sehr viele Nachteile hat, indiziert.

Wichtig: Ein Verband sollte nur für die Dauer der Belastung angelegt werden!

Kontraindikationen

Weist der Sportler ein ausgedehntes Hämatom an Muskeln und Gelenken auf, muss auf einen Tapingverband verzichtet werden. Bei großflächigen Hautverletzungen und allergischen Hautreaktionen ist auch von einem Tapeverband abzuraten. Wichtig ist, dass bei allen Rupturen, seien es Bänder, Muskeln, Kapseln oder bei Frakturen von Knochen niemals ein Tapeverband anzulegen ist!

Grundregeln

  • Bei unklarer Diagnose darf niemals getapet werden, um eventuelle nachfolgende und schlimmere Verletzungen zu vermeiden.
  • Das Belastungsziel und die erlaubte Bewegungsrichtung müssen vorher klar sein: Gelenkposition bestimmen.
  • Das Gelenk muss möglichst frei liegen, der Therapeut sollte stehen und der Verletze sollte die für ihn gemütlichste Position einnehmen.
  • Wunden müssen abgedeckt und getrocknet werden, bevor der Verband angelegt wird. Die Haut sollte nach dem Verband mit Creme gepflegt werden.
  • Das Gelenk sollte, wenn möglich, aktiv fixiert werden, d.h. mit eigener Muskelkraft in einer bestimmten Position gehalten werden, damit der Verband funktionell angelegt werden kann. Es kann auch passiv nachgeholfen werden.
  • Nach dem Anlegen des Verbandes muss geprüft werden, ob die erlaubte Bewegungsrichtung erreicht werden kann und ob die gewünschte Bewegungseinschränkung erreicht wurde.
  • Der Verband sollte bei folgenden Anzeichen entfernt werden: Starke Schmerzen (meist über Nacht, oder Anschwellen des abgetapeten Bereiches), bei Blau- oder Weißfärbung von Fingern oder Zehen oder bei Taubheitsgefühl oder Kribbeln der betroffenen Stelle.
  • Kontrolle, Gangtest

Die 5 "A" beim Tapen

  • Abmessen (Tape in der geplanten Länge von der Rolle abziehen und an die verletzte Stelle ranhalten.)
  • Ansetzen (Mit der nicht klebenden Seite das Tape zum Verarbeiten gespannt halten. Geeigneten Ursprungspunkt aussuchen und ansetzen.)
  • Abreißen (Tape vor dem Anlegen abreißen, nicht direkt am Verband.)
  • Anlegen (Tape entsprechend der geplanten Tour anlegen. Dabei keinesfalls eine nicht physiologische Verlaufsrichtung erzwingen, sondern versuchen sich an die Körperform anzupassen und dementsprechend zu kleben.)
  • Anmodellieren (Durch leichten Druck das Tape anmodellieren. So wird der Kontakt mit dem Underwrap-Tape bzw. der darunter liegenden Tour und damit eine gute Verklebung sowie der sichere Sitz des Verbandes erreicht.)

Wer bereits Übung im Tapen hat, muss sich nicht zwangsweise an die 5 "A" Regel halten. Sie ist lediglich eine Hilfestellung für ungeübte Personen. Nach einiger Zeit entwickelt jeder ein Gefühl für die Länge eines Tapes, bzw. den Druck, der beim Anlegen benötigt wird.

Wichtig: Nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich Ruhigstellen, um beispielsweise Muskelatrophien oder Kapselschrumpfungen zu vermeiden und um der Funktion des Gelenkes immer noch nachgehen zu können!

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Quelle: http://www.sport1.de

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