Die richtigen und schnell durchgeführten Erstmaßnahmen direkt nach einer Verletzung, können
zu einer Verkürzung der sportlichen Pause führen. Sie vereinfacht ebenso
oft die anschließende ärztliche Behandlung.
Sollte es zu einer Verletzung kommen, so lege ich jedem verantwortungsbewussten Trainer ans Herz, ein Medical-Bag bei sich zu haben und die PECH-Regel,
die im Folgenden erläutert wird, anzuwenden.
Der Sportler wird mehr als dankbar sein, dass meist eine schnelle Schmerzlinderung eintritt und
die Sportpause durch die Anwendung dieses Schemas drastisch reduziert werden kann.
Die allerersten Minuten nach dem Trauma, sowie die allerersten Bewegungen und Maßnahmen spielen eine
außerordentliche Rolle, um das Verletzungsausmaß so klein wie möglich zu halten und dem Sportler ein
schnelles "Comeback" zu ermöglichen.
Die PECH-Regel ist eine leicht zu merkende Regel, die seit mehreren Jahren erfolgreich ihre
Anwendung im Sportbereich findet.
P = Pause
E = Eis
C = Compression
H = Hochlagern
Sobald der Unfall passiert ist, sollte die verletzte Körperstelle nach Möglichkeit nicht mehr unnötig
bewegt werden, um innere Blutungen und Schwellungen zu begrenzen und um zu verhindern, dass sich die
Verletzungen verschlimmern.
Manche Sportler neigen dazu, sich sofort selbst zu behandeln. Oft stehen sie unter dem sogenannten
"Adrenalinschock" und belasten die traumatisierte Stelle zu schnell, ohne zu wissen, welches Ausmaß
die Verletzung wirklich haben könnte. Nach einer Verletzung sollte immer eine Pause, abhängig von der Art
der Verletzung, eingehalten werden. Es kann nie schaden eine 15 minütige Pause zu absolvieren, um danach die Folgen der Verletzung
besser beurteilen zu können.
Durch das Kühlen mit Kühlpacks ziehen sich Gefäße durch den Kälteschock zusammen, wodurch kein weiteres Blut oder andere Flüssigkeiten in den Körper austreten können. Das Eis hat in erster Linie einen schmerzlindernden Effekt. Bei Weichteilverletzungen führen Blutungen zu einer Schwellung, wodurch es zu erhöhten Druck auf das Umgebungsgewebe kommt. Dieser Druck veranlasst die Schmerzen. Bei offenen Wunden sollte jegliche Berührung mit Kühlmitteln o.ä. vermieden werden, da die Gefahr einer Infektion besteht. Wird Eisspray benutzt, so ist Vorsicht geboten, da es schnell zu Frostschäden auf der Haut kommen kann und diese dann verletzt wird und ebenfalls behandelt werden müsste. Werden Kühlpacks benutzt, sollte darauf geachtet werden, dass sich die Kühlpacks nie direkt auf der Haut befinden, um die eben bereits genannten Verbrennungen zu verhindern. Seit einigen Jahren bewährt sich die Anwendung von "Hot-Ice": Dabei werden Eiswürfel in eine Tüte gefüllt. Anschliessend wird diese mit Eis gefüllte Tüte in einer andere mit kaltem Wasser gefüllte Tüte getan. Dieses "Hot-Ice" kann nun auf die verletzte Stelle platziert werden, ohne dass etwas darunter gelegt werden muss, da eine Gefahr der Verkühlung nicht mehr besteht.
Durch das Zusammendrücken des Gewebes wird eine weitere Einblutung reduziert. Ein Verband sollte so schnell wie möglich in Verbindung mit dem Eis unter Zug angelegt werden, um das Hämatom (Bluterguss) sowie die Weichteilschwellung einzugrenzen.
Die verletzte Körperregion sollte höher liegen (Stufenlagerung) als das Herz, so dass das Blut aus der verletzten Region auf venösem Wege zum Herzen fließen kann. Durch das Hochlagern werden weitere Blutungen verhindert.
Die Wissenschaftler sind sich bisher noch nicht einig, welche Kühl-Therapie nun die Beste ist. Es lässt sich festhalten, dass eine Analgesie bei einer Temperatur von 13,5°C nachzuweisen ist. Hat das Gewebe eine Temperatur von unter 4°C erreicht, so können Giftstoffe, die durch die Verletzungen in den Zellen entstehen, nicht mehr abtransportiert werden. Als Folge kann es zu einer verminderten Wundheilung kommen, was die Dauer der Heilung beeinflusst.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass man mit relativ wenig Zeitaufwand und bloß 4 Maßnahmen viel bewirken kann.