MTV Itzehoe, 1. RLN Herren
Eingetragen am 08.02.2010 um 10:01 von Lars Peter Ehrich
Zu Hause ist es doch am schönsten. Im ersten Spiel des Jahres in heimischer Halle haben die CRE Eagles Itzehoe, angeführt von einem überragenden Kejuan Johnson, den ersten Sieg 2010 in der 1. Basketball-Regionalliga eingefahren. 115:88 (31:23, 27:21, 27:19, 30:25) lautete das Ergebnis gegen die SG Oslebshausen.
Es war nie ein gefährdeter Erfolg gegen eine Gastmannschaft aus Bremen, die engagiert und gut agierte. „Die haben sehr mutig und sehr frei aufgespielt“, lobte Eagles-Coach Paul Larysz. Ein Indiz dafür: 78 Mal warfen die Gäste auf den Korb, trafen aber nur 34,6 Prozent der Würfe. Satte 35 Mal versuchten sie es von der Dreierlinie, allerdings nur sechs Mal erfolgreich (17 Prozent).
Ganz anders die MTV-Basketballer: Über eine „Super-Quote“ durfte sich Larysz bei seinen Akteuren freuen. Fast 60 Prozent aus dem Feld, 13 von 26 Dreiern – das kann sich sehen lassen. Allen voran Kejuan Johnson lieferte eine brillante Leistung ab, punktete nicht nur gewohnt stark, sondern holte auch zwölf Rebounds und verteilte 14 Assists, also direkte Vorlagen zu Körben seiner Mitspieler. Ein „Triple double“, das sieht man nicht oft. Nebenbei verzeichnete der Amerikaner noch fünf Ballgewinne. „Er hat Spaß am Spiel gehabt“, sagte sein Trainer über den „besten Spieler der Liga“.
Stark war auch Andreas Scholl. „Sein bestes Spiel in der Offensive“, meinte Larysz. Das stimme zuversichtlich für die nächsten Aufgaben. Auch Frank Russell punktete so gut wie noch nie: Immer dann, wenn die Eagles den Ball in der Offensive gut bewegten, ergaben sich die Freiräume, die der Amerikaner unter dem Korb hochprozentig nutzte. Und Markus Timm erzielte seine ersten Punkte für die Adler und zeigte dabei mit einem Dreier, dass er auch von außen werfen kann.
Doch trotz der vielen Punkte und der stets sicheren MTV-Führung, ein richtig schönes Spiel bekamen die knapp 300 Zuschauer – da hatten wohl „FuBaMa“ und Straßenverhältnisse zugeschlagen – nicht zu sehen. Mal war die Offensive der Gastgeber zu statisch, mal suchten sie zu schnell den tödlichen Pass. 23 Ballverluste waren die Folge. Insgesamt 70 Freiwürfe, weil es die Schiedsrichter sehr genau nahmen, störten den Spielfluss. Und auch die Defensive gegen die Bremer, die die letzten Minuten nur noch zu viert agieren konnten, gefiel Larysz nicht: „Wir haben nicht gut verteidigt und zu viele einfache Abschlüsse zugelassen.“ Konzentrationsschwächen, vielleicht auch etwas Müdigkeit waren aus seiner Sicht die Ursachen, nachdem das Team erstmals seit Monaten wieder drei Mal in Folge zusammen habe trainieren können.
Die Verunsicherung in der Offensive aber hätten die Eagles in dieser Partie weg gespielt, meinte Larysz. Ein besseres Gefühl für die nächste Aufgabe ist auch wichtig: Kommenden Sonnabend erwarten die Eagles den Oldenburger TB, der bisher eine Niederlage weniger auf dem Konto hat. Larysz: „Ein entscheidendes Spiel.“
CRE Eagles Itzehoe: Kejuan Johnson (34, sechs Dreier), Frank Russell (25), Andreas Scholl (24, fünf Dreier), Philipp Döhler (9, ein Dreier), Florian Reiter (5), Markus Timm (5, ein Dreier), Robert Daugs (4), Johannes Weißbach (4), Thorben Haake (3), Oliver Wartenberger (2).
Norddeutsche Rundschau, 8.2.2010
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